Das Angorakaninchen

Das Angorakaninchen leitet sich vom Wildkaninchen ab, dessen Normalhaar infolge von Mutation den erblichen Langhaarfaktor annahm.

Über das erste Erscheinen des langhaarigen Kaninchens berichtet eine französische Quelle. Danach sind die Seidenkaninchen von englischen Seeleuten 1723 aus Ländern am Schwarzen Meer nach Bordeaux mitgebracht worden.

Von dort gelangten sie nach England, wo dieses Kaninchen zur eigentlichen Rasse gemacht wurde. Danach gehören unsere Angora-Kaninchen wie die Belgischen Riesen, Französischen Widder, das Silber- und Russenkaninchen zu den ältesten Rassen.

Dem Aufbau des Haares mit Luftkämmerchen wird das große Wärmehaltungsvermögen der Angorawolle zugeschrieben, wodurch sie sich wesentlich von anderen Wollhaaren unterscheiden.

Die überaus stürmische Entwicklung der künstlichen Fasern in den letzten Jahren hat zwar eine Vielzahl guter Eigenschaften von Fasern pflanzlichen und tierischen Ursprungs miteinander verbinden können, ohne jedoch die vortrefflichen Eigenschaften der Angorawolle zu erreichen.

Der ungewönliche und unnachahmliche Aufbau der Wollhaare des Angorakaninchens wird die Sonderstellung der Angorawolle wohl für alle Zeiten sichern.

Aufgrund der Wollleistung ist zu ersehen, daß das Angorakaninchen die einzige Kaninchenrasse ist, bei welcher es schon zu Lebzeiten des Tieres einen messbaren Wert gibt.

Im Durchschnitt beträgt das Wachstum der Angora-Wolle täglich etwa 0,8 Millimeter. Dabei ist das Wachstum nach der Schur wesentlich stärker und nimmt mit voller werdender Wolle stetig ab. Angorakaninchen werden viermal im Jahr geschoren.